Erste Erfahrungen mit einer Hasselblad 500

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Hasselblad 500 - Kodak Portra 160 - Zeiss 80mm
Hasselblad 500 – Kodak Portra 160 – Zeiss 80mm

In meiner langen fotografischen Laufbahn führte nichts eine so besondere Faszination aus wie eine Hasselblad 500. Die Kamera so unförmig und wunderschön zugleich, mit immenser historischer Bedeutung, stand von den ersten Augenblicken auf einer emotionalen Wunschliste. Nichts was man einfach so kaufen konnte und was in irgendeiner Weise einen praktischen Nutzen hatte.

Und selbst in einer Zeit, in der man den neuestens technischen Errungenschaften nacheiferte, blieb ein kleines Quäntchen Sehnsucht nach einer analogen Hasselblad 500.

Als mein Kreis inspirierender Künstler immer mehr aus Fotografen bestand, die nach wie vor analog fotografierten, reifte der Gedanke selbst eine analoge Kamera zu testen beharrlich zu einem Handlungsimpuls. Wieder erwarten holte ich mir aber keine Hasselblad, sondern eine Contax645 mit dem legendären Zeiss 80mm 1:2. Dazu aber in einem eigenen Post mehr.
Als mein analoges Abenteuer publik wurde informierte mich ein befreundeter Fotograf über seine analogen Experimente und gestand eine alte Hasselblad erworben zu haben. Zu meiner Freude konnte ich mir die Kamera ausborgen und meine ersten Erfahrungen mit der Hasselblad 500 sammeln.

Was würde sich besser anbieten eine altehrwürdige Kamera zu testen als das Ambiente eines Vintage Café und so verband ich einen längst überfälligen Besuch bei Freunden mit meinem Wunsch die Hasselblad 500 zu testen. Unsere Freunde, welche das Lokal betreiben, brauchten neue Fotos und ich brauchte Gelegenheit die Kamera sinnvoll einzusetzen. Die Kamera an sich hat perfekt in das Café gepasst und jeder Besucher hätte sie für ein stilvoll ausgewähltes Accessoire gehalten. Als jedoch bemerkt wurde, dass mit dieser Antiquität tatsächlich fotografiert wurde, gab es viel Gesprächsstoff.

Hasselblad 500 Portrait Shooting in Salzburg. Film: Kodak Portra 400 und 160.

Da ich schon einige Filme mit der Contax 645 belichtet habe war mir 120er Film nicht gänzlich unbekannt, aber die Handhabung dieser doch um einiges älteren Kamera war noch handwerklicher. Das völlig manuelle Arbeiten war schon erhellend, auch wenn ich mir gewünscht habe die Bilder kontrollieren zu können. So einen Film mit 12 Aufnahmen zu belichten und ohne jeglicher Vorvisualisierung zur Entwicklung zu geben ist was Besonderes. 

Zu meinem Aufnahme Setting:

Ich habe die zwei Film-Kassetten mit jeweils einem Kodak Portra Film bestückt, 400 und 160 ISO. Draußen auf der Straße wollte ich den Kodak Portra 160 nutzen und im Inneren zumindest die 400 ISO. Einen empfindlicheren Film hatte ich gerade nicht zur Hand und so mussten die 400 reichen. Um mit dem Lichtschachtsucher einfacher fokussieren zu können habe ich die Kamera durchgehend auf einem Stativ benutzt. Die Belichtungswerte habe ich ganz klassisch mit einem Sekonik Belichtungsmesser ermittelt. Ein wenig Schummeln war erlaubt, so habe ich mit meiner Sony Alpha 7III parallel fotografiert um auch ganz sicher Fotos liefern zu können. 
Da die Lichtsituation relativ konstant war musste ich mich dann letztlich nur auf ordentliches Fokussieren und Bildkomposition konzentrieren. Das quadratische Bildformat bietet eigentlich richtig schöne Möglichkeiten zur Komposition aber da ich bei dieser Hasselblad die einfachste Mattscheibe hatte, und die Lupe nur in der absoluten Mitte gut verwendbar war, musste ich ein wenig auf gut Glück fokussieren. Zu meinem Erstaunen waren von 24 Bildern 3 richtig unscharf. Alles andere war absolut vertretbar.

Beflügelt von dieser tollen Erfahrung habe ich die Hasselblad zur Seite gelegt und mit meinen digitalen Arbeitsgeräten dann noch eine Weile weiter fotografiert, bis ich am Ende mit 2 Rollen Kodak Portra Film und etwa 1000 RAW Dateien nachhause gegangen bin.
Entwickeln und Scannen lassen habe ich die beiden Filme bei Carmencita Film Lab. Mit Carmencita hab ich recht gute Erfahrungen gemacht und hatte noch nicht Bedarf andere Labore zu testen. Bei einem der nächsten Projekte werde ich wahrscheinlich auch zusätzlich MeinFilmLab testen.
Der Einfachheit halber lasse ich die Filme entwickeln und gleich professionell scannen. Dadurch kann ich mich aufs Fotografieren konzentrieren und die Jungs und Mädels von Carmencita kümmern sich um den Rest, was sie auch weit besser können als ich es selber aktuell bewerkstelligen könnte. 

Für mich an sich schon ein besonderes Shooting wurde dann für die Ewigkeit festgehalten in Form eines Tattoos. Mein Freund war vom folgenden Bild so begeistert, dass es wenig später auf seinem gesamten Unterarm tätowiert wurde. 

Portrait of a beautiful woman holding a Hasselblad 500

Ergebnisse meines ersten Shoots mit der Hasselblad 500

Hier nun ein paar Scans der ersten beiden belichteten Filme.
Je öfter ich die Bilder betrachte desto besser gefällt mir das quadratische Format.

Hasselblad 500 – Kodak Portra 160 – Zeiss 80mm
Hasselblad 500 – Kodak Portra 160 – Zeiss 80mm
Hasselblad 500 – Kodak Portra 400 – Zeiss 80mm
Hasselblad 500 – Kodak Portra 400 – Zeiss 80mm
Hasselblad500 Kodak Portra Portraits - Vintage Coffé
Hasselblad 500 – Kodak Portra 400 – Zeiss 80mm
Hasselblad 500 - Kodak Portra 400 - Zeiss 80mm
Hasselblad 500 – Kodak Portra 400 – Zeiss 80mm

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